Saisonale Aktionen planen: Jahreskalender für kleine Läden
Jede Woche ohne Aktionsplan gehen Stammkunden zur Konkurrenz – weil die ihnen einen Grund gibt, jetzt zu kommen.
Saisonale Aktionen geben deinen Kunden einen Grund, genau jetzt zu kommen – nicht irgendwann. Der Trick ist Planung: Wer im Januar weiß, was er im Oktober macht, ist im Oktober nicht gestresst. Dieser Jahreskalender liefert für jeden Monat einen Anlass, eine Aktionsidee und den Hinweis, für welche Läden sie passt.
Warum saisonale Aktionen funktionieren
Ein Anlass nimmt dem Kunden die Entscheidung ab. „Komm mal wieder vorbei" ist eine Bitte. „Valentinstag: zwei Desserts zum Preis von einem" ist ein Plan. Anlässe erzeugen Vorfreude. Sie lassen sich leicht weitererzählen. Und sie liefern dir einen natürlichen Grund für eine Nachricht auf den Sperrbildschirm.
Für kleine Läden kommt ein Vorteil dazu: Große Ketten planen Aktionen Monate im Voraus. Du kannst am Montag entscheiden und am Freitag starten.
Der Jahreskalender für kleine Läden
| Monat | Anlass | Aktionsidee | Passt für |
|---|---|---|---|
| Januar | Januarloch, gute Vorsätze | Doppelte Stempel bis Ende Januar | alle |
| Februar | Valentinstag (14.2.) | 2 für 1 auf Dessert oder Getränk, Paar-Termin | Gastronomie, Kosmetik, Blumen |
| März | Frühlingsanfang, Ostern (März/April) | Frühjahrs-Special, Oster-Stempelkarte mit Extra | Bäckerei, Café, Blumen, Boutique |
| April | Ostern, Saisonstart Eis und Außengastronomie | Erster Besuch der Saison bringt Extra-Stempel | Eisdiele, Biergarten, Autowäsche |
| Mai | Muttertag (2. Sonntag) | Vorbestell-Aktion, Geschenk-Set, Termin für Mutter und Kind | Blumen, Bäckerei, Kosmetik, Friseur |
| Juni | Sommeranfang, Ferienstart | Sommerkarte, Iced-Coffee-Special | Café, Bar, Eisdiele |
| Juli | Sommerferien, Hitze | Hitze-Flash-Aktion an heißen Tagen | Eisdiele, Saftbar, Café |
| August | Schulstart, Urlaubsrückkehrer | Willkommen-zurück-Stempel, Schulstart-Angebot für Familien | alle |
| September | Oktoberfest, Herbstanfang | Wiesn-Special, Kürbis-Saison | Gastronomie, Bäckerei |
| Oktober | Halloween (31.10.) | Sonderprodukt, Karte im Halloween-Design, Kinder-Extra | Café, Bäckerei, Eisdiele, Kiosk |
| November | St. Martin, Black Friday, Adventsstart | Statt Rabattschlacht: Treue-Wochenende mit Dreifach-Stempel | Einzelhandel, Boutique |
| Dezember | Advent, Weihnachten, Silvester | Adventsextra jede Woche, Gutschein-Aktion, Silvester-Reservierung | alle |
Dazu kommen Anlässe mit wechselndem Datum wie Ramadan und Zuckerfest. Oder lokale Stadtfeste, Sportereignisse und dein eigenes Ladenjubiläum. Gerade das Jubiläum ist ein Anlass, den nur du hast.
Mach den Selbsttest: Welche Anlässe passen zu dir?
- Hast du Produkte, die zu einer Jahreszeit passen (Eis im Sommer, Lebkuchen im Advent)?
- Gibt es Tage, an denen deine Kunden traditionell ausgeben (Valentinstag, Muttertag, Weihnachten)?
- Hast du schwache Monate, die einen Grund zum Kommen brauchen (Januar, August)?
- Gibt es lokale Feste oder Ereignisse, bei denen dein Laden im Mittelpunkt liegt?
- Feierst du ein Ladenjubiläum oder einen runden Geburtstag deines Geschäfts?
Je mehr Ja, desto mehr Anlässe hast du. Aber: Sechs bis acht Aktionen im Jahr reichen. Lieber wenige gut geplant als jeden Monat etwas Halbes.
Eine Aktion in vier Schritten planen
1. Anlass und Ziel festlegen. Was soll passieren: mehr Besuche an schwachen Tagen, höhere Bons, neue Kunden, Vorbestellungen? Ein Ziel pro Aktion.
2. Angebot bestimmen. Ein Extra oder Sonderprodukt statt Prozent-Rabatt. Rechne den Wareneinsatz durch: Lebkuchen zum Kaffee kostet dich 30 Cent, bringt aber einen Grund zu kommen.
3. Zeitraum begrenzen. Ein bis drei Tage für Tagesanlässe, eine bis zwei Wochen für Saisonthemen. Eine Frist erzeugt Entscheidung.
4. Ankündigen und erinnern. Aufsteller an der Kasse, Nachricht auf den Sperrbildschirm ein bis drei Tage vorher, zweite Erinnerung am Tag selbst.
Für den Text der Nachricht gilt: kurz, konkret, mit Frist. Vorlagen und Timing-Regeln stehen im Beitrag Push-Nachrichten an Kunden senden.
Beispiele: eine Aktion pro Branche
Café: „Adventskalender-Stempel: jede Adventswoche ein Extra zum Kaffee." Vier Wochen, vier kleine Extras, ein Grund, jede Woche zu kommen.
Bäckerei: „Muttertagstorte vorbestellen bis Donnerstag – Brötchen fürs Frühstück gratis dazu." Vorbestellungen planen deine Produktion.
Friseur: „Januar: Pflegebehandlung als Extra zu jedem Schnitt." Der ruhigste Monat bekommt einen Grund.
Eisdiele: „Saisonstart: Der erste Besuch bringt zwei Stempel." Holt die Stammkunden vom letzten Sommer zurück.
Boutique: „Treue-Wochenende statt Black Friday: dreifache Stempel für Kartenbesitzer." Belohnt Bestandskunden statt Schnäppchenjäger.
Restaurant: „Valentinstag: Tisch reservieren bis 10.2., Aperitif aufs Haus." Sichert dir den Abend, an dem alle ausgehen.
Weitere Ideen speziell für Gastronomie stehen im Beitrag Kundenbindung in der Gastronomie.
Die Karte zum Anlass passend gestalten
Eine digitale Stempelkarte kann zum Anlass ihr Aussehen wechseln: Halloween-Design im Oktober, Weihnachtsdesign im Dezember, mit einer passenden Sonderprämie. Der Kunde sieht die Aktion jedes Mal, wenn er sein Wallet öffnet – ohne dass du etwas drucken musst.
Bei stampa sind Feiertagsaktionen als Automatik eingebaut. Du entscheidest, welche Anlässe zu deinem Laden passen. Du legst den Prämientext fest. Die Karte wechselt zum Datum automatisch. Kunden mit Werbe-Einwilligung bekommen die Ankündigung auf den Sperrbildschirm.
Der persönlichste Anlass: der Geburtstag
Ein Anlass fehlt im Kalender oben. Er liegt für jeden Kunden an einem anderen Tag: der Geburtstag. Er ist die stärkste Einzelaktion im Jahr und läuft komplett automatisch. Wie du sie einrichtest, beschreibt der Beitrag Geburtstagsaktion für Kunden.
Was passiert, wenn du nichts änderst
Ohne saisonale Aktionen hast du keinen Grund, deine Kunden zu kontaktieren. Sie kommen, wenn sie gerade dran denken – oder wenn die Konkurrenz ihnen einen Grund gibt. Jede Woche ohne Aktionsplan ist eine Woche, in der andere Läden deine Stammkunden abholen.
Mit einem Jahreskalender weißt du im Januar, was du im Oktober machst. Du bist nicht gestresst. Du hast Zeit, die Aktion vorzubereiten. Und deine Kunden haben einen Grund, genau jetzt zu kommen.
Typische Fehler bei saisonalen Aktionen
Zu viele Anlässe. Wer jeden Monat drei Aktionen fährt, hat keine Aktion mehr, sondern Dauerrabatt. Sechs bis acht im Jahr reichen.
Rabatt statt Extra. Prozent-Rabatte senken deinen Preis für alle. Ein passendes Extra kostet Wareneinsatz und wird als Geschenk erlebt.
Ohne Frist. „Im Dezember" ist keine Frist. „Bis Sonntag" ist eine.
Keine Ankündigung. Die beste Aktion bringt nichts, wenn nur der Aufsteller davon weiß. Der Sperrbildschirm erreicht auch die, die diese Woche nicht vorbeigelaufen sind.
Nicht gemessen. Nach der Aktion: Wie viele Besuche, wie viele Stempel, wie viele Einlösungen im Vergleich zur Vorwoche? Sonst weißt du nächstes Jahr nicht, was du wiederholen sollst.
Fazit
Saisonale Aktionen sind kein Kreativwettbewerb, sondern ein Kalender. Sechs bis acht Anlässe, je ein Extra statt Rabatt, eine Frist und eine Ankündigung auf dem Sperrbildschirm. Mit digitaler Stempelkarte laufen Feiertagsaktionen automatisch. Die Karte wechselt das Design. Die Nachricht geht ohne dein Zutun raus.
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