Stempelkarte: Wie viele Stempel bis zur Belohnung?
Jede Woche ohne funktionierende Stempelkarte verlierst du Stammkunden, ohne es zu merken — dabei ist die richtige Zahl in 5 Minuten gefunden.
Zwischen 5 und 10 Stempel — das ist die Antwort für die meisten Läden. Die genaue Zahl hängt davon ab, wie oft ein typischer Kunde bei dir ist. Die Karte sollte bei häufigen Besuchen nach vier bis acht Wochen voll sein, bei seltenen Terminen spätestens nach einem halben Jahr. Warum das so ist und wie du die Zahl für deine Branche findest, erfährst du hier mit konkreten Beispielrechnungen.
Die Faustregel: Besuchsrhythmus mal Zeitfenster
Die Stempelzahl ergibt sich aus zwei Fragen:
- Wie oft kommt ein guter Stammkunde? Nicht dein bester Kunde, sondern ein normaler, treuer.
- In welchem Zeitraum soll er belohnt werden? Bei häufigen Besuchen etwa vier bis acht Wochen, bei seltenen bis zu sechs Monate.
Multipliziere Besuche pro Woche mit den Wochen des Zeitfensters. Ein Café-Kunde mit zwei Besuchen pro Woche und einem Zeitfenster von fünf Wochen landet bei 10 Stempeln. Ein Friseurkunde mit einem Besuch alle fünf Wochen und einem halben Jahr landet bei 5.
Warum das Zeitfenster wichtig ist: Eine Belohnung, die in ferner Zukunft liegt, motiviert nicht. Der Kunde muss das Ziel vor Augen haben, sonst fängt er gar nicht erst an. Mehr dazu in Psychologie der Treueprogramme.
Mach den Selbsttest: Passt deine Stempelzahl?
Beantworte diese Fragen mit Ja oder Nein:
- Dauert es bei einem normalen Stammkunden länger als 6 Monate, bis die Karte voll ist?
- Haben mehr als die Hälfte deiner Kunden eine angefangene Karte, die sie nie vollmachen?
- Kostet dich die Belohnung mehr als 10 % des Umsatzes, den der Kunde für die vollen Stempel bringt?
- Hast du die Stempelzahl gewählt, weil sie dir gut gefällt, ohne den Besuchsrhythmus zu rechnen?
Ein Ja? Deine Stempelzahl passt wahrscheinlich nicht. Lies weiter, wie du sie findest.
Empfohlene Stempelzahlen nach Branche
Die folgende Tabelle zeigt typische Werte. Sie sind Startpunkte, keine Gesetze. Deine Zahlen können je nach Preisniveau und Kundschaft abweichen.
| Branche | Besuchsrhythmus | Empfohlene Stempel | Karte voll nach etwa | Typische Belohnung |
|---|---|---|---|---|
| Café, Kaffeebar | 2 bis 4 mal pro Woche | 10 | 4 bis 5 Wochen | Ein Kaffee gratis |
| Bäckerei | 2 bis 3 mal pro Woche | 8 | 3 bis 4 Wochen | Ein Gebäck gratis |
| Imbiss, Döner | 1 bis 2 mal pro Woche | 8 | 6 bis 8 Wochen | Ein Gericht gratis |
| Mittagstisch | 2 bis 3 mal pro Woche | 10 | 4 Wochen | Ein Mittagessen gratis |
| Friseur, Barbershop | alle 4 bis 6 Wochen | 5 | 6 Monate | Rabatt oder Zusatzleistung |
| Nagelstudio | alle 3 bis 4 Wochen | 6 | 5 Monate | Eine Behandlung vergünstigt |
| Kosmetikstudio | alle 4 Wochen | 5 bis 6 | 5 bis 6 Monate | Zusatzbehandlung |
| Autowäsche | alle 2 bis 3 Wochen | 8 bis 10 | 5 Monate | Eine Wäsche gratis |
| Boutique, Einzelhandel | unregelmäßig | 5 bis 6 | ein halbes Jahr | Gutschein |
| Eisdiele (Saison) | 1 bis 2 mal pro Woche | 6 bis 8 | 5 bis 6 Wochen | Eine Kugel oder ein Becher |
Bei stampa bringen die 143 Branchen-Vorlagen bereits passende Werte mit. Du kannst sie beim Anlegen der Karte übernehmen oder anpassen.
Beispielrechnungen: Stempelzahl und Belohnung zusammen
Die Stempelzahl lässt sich nicht getrennt von der Belohnung betrachten. Beides zusammen bestimmt, was der Kunde bekommt und was es dich kostet.
Café: 10 Stempel, ein Cappuccino gratis. Zehn Kaffees zu 3,50 Euro sind 35 Euro Umsatz. Der Gratis-Kaffee kostet im Wareneinsatz (also nur die Zutaten) etwa 0,80 Euro. Der Kunde bekommt einen spürbaren Wert, du gibst einen kleinen Teil des ausgelösten Umsatzes ab.
Friseur: 5 Stempel, 10 Euro Rabatt. Fünf Schnitte zu 28 Euro sind 140 Euro. Der Rabatt beträgt 10 Euro. Ein Stempel weniger, also 4, würde die Karte nach fünf Monaten füllen — zu großzügig für 10 Euro Rabatt. Ein Stempel mehr, also 6, zieht sich über sieben Monate, was für einen Herrenfriseur an der Grenze liegt.
Boutique: 5 Stempel ab 30 Euro Einkauf, 15 Euro Gutschein. Mindestens 150 Euro Umsatz, 15 Euro Belohnung. Der Mindestbetrag pro Stempel verhindert, dass ein Sockenkauf einen Stempel bringt.
Bäckerei: 8 Stempel, ein Croissant gratis. Acht Einkäufe zu durchschnittlich 4 Euro sind 32 Euro. Das Croissant kostet im Wareneinsatz deutlich unter einem Euro. Die Karte ist nach drei bis vier Wochen voll, was zum Rhythmus einer Bäckerei passt.
Welche Art von Belohnung für welche Branche am besten funktioniert, vergleicht Die richtige Belohnung für dein Treueprogramm.
Die typischen Fehler bei der Stempelzahl
Die meisten Stempelkarten scheitern nicht an der Idee, sondern an der Zahl. Diese Fehler siehst du am häufigsten:
Zu viele Stempel. 15 oder 20 Stempel für einen Kaffee. Die Belohnung ist so weit weg, dass der Kunde die Karte nicht ernst nimmt. Weniger Stempel mit kleinerer Belohnung wirken besser als viele Stempel mit großer.
Zu wenige Stempel. 3 Stempel für einen Gratis-Kaffee klingen großzügig, kosten dich aber bei jedem vierten Kaffee den Wareneinsatz. Der Kunde hat sich nicht wirklich an dich gebunden.
Stempelzahl ohne Blick auf den Rhythmus. 10 Stempel im Kosmetikstudio bedeuten fast ein Jahr. Das erlebt kaum jemand bis zum Ende.
Bedingungen, die die Zahl verlängern. „Ein Stempel pro Tag, nur ab 5 Euro, nicht in Kombination mit Aktionen." Jede Bedingung macht die Karte gefühlt länger.
Nie nachjustieren. Die erste Zahl ist eine Annahme. Ohne Auswertung bleibt sie für immer, auch wenn sie nicht passt.
So sieht das in der Praxis aus
Ein Café in Köln startete mit 12 Stempeln für einen Gratis-Kaffee. Nach drei Monaten waren nur 8 % der Karten voll. Die Inhaberin stellte auf 10 Stempel um. Innerhalb von sechs Wochen stieg die Quote auf 24 %, und die Kunden kamen häufiger. Die Änderung kostete nichts, weil die digitale Karte im Dashboard angepasst wurde.
Der Startstempel: Sinnvoll oder nicht?
Ein bekannter Effekt aus der Verhaltensforschung (auch Endowed Progress Effect genannt): Wer sieht, dass er bereits angefangen hat, macht eher weiter, als wer bei null beginnt. Manche Läden geben deshalb beim Anlegen der Karte einen Stempel geschenkt.
Das kann funktionieren, hat aber eine Falle: Wenn du 10 Stempel willst und einen schenkst, hast du in Wahrheit eine 9er-Karte. Rechne den Startstempel also in die Gesamtzahl ein. Eine 11er-Karte mit Startstempel entspricht einer 10er-Karte ohne.
Bei stampa startet die Karte standardmäßig bei null, damit jeder Stempel für einen echten Besuch steht und deine Auswertung sauber bleibt.
Wie du die richtige Zahl findest und prüfst
Der einfachste Weg besteht aus drei Schritten:
1. Mit der Faustregel starten. Besuchsrhythmus mal Zeitfenster, gerundet auf eine glatte Zahl. Im Zweifel die kleinere nehmen.
2. Vier bis acht Wochen laufen lassen. Bei einer digitalen Stempelkarte siehst du im Dashboard, wie viele Karten aktiv sind, wie viele Kunden wiederkommen und wie viele Belohnungen eingelöst wurden.
3. Nachjustieren. Werden kaum Karten voll, ist die Zahl zu hoch. Werden sie sehr schnell voll und die Kunden kommen trotzdem nicht öfter, ist sie zu niedrig oder die Belohnung nicht der richtige Anreiz.
Bei einer Pappkarte hast du für Schritt 2 keine Zahlen. Bei einer Wallet-Karte kannst du die Stempelzahl im Dashboard ändern, bestehende Karten werden fair angepasst, und du siehst nach ein paar Wochen, ob die neue Zahl besser funktioniert.
Wie du das gesamte Programm Schritt für Schritt aufsetzt, steht in Treueprogramm erstellen für kleine Läden.
Was passiert, wenn du nichts änderst
Eine Stempelkarte mit der falschen Zahl ist schlimmer als keine Karte. Der Kunde fängt an zu sammeln, merkt nach ein paar Wochen, dass die Belohnung unerreichbar ist, und fühlt sich enttäuscht. Er wirft die Karte weg und kommt seltener. Du hast Zeit und Geld investiert und das Gegenteil erreicht.
Ohne Stempelkarte verlierst du Stammkunden an Läden, die eine haben. Mit einer schlechten Stempelkarte verlierst du sie schneller.
Fazit
Wie viele Stempel bis zur Belohnung? So viele, wie ein normaler Stammkunde in vier bis acht Wochen sammelt, bei seltenen Terminen in maximal einem halben Jahr. Für die meisten Läden sind das 5 bis 10 Stempel, kombiniert mit einer Belohnung, die dem Kunden etwas bedeutet und dich nur den Wareneinsatz kostet.
Die erste Zahl ist eine Annahme, die du prüfen solltest. Mit stampa siehst du im Dashboard, ob sie passt, und kannst sie jederzeit anpassen. Starte kostenlos — bis 100 aktive Kunden, ohne Kreditkarte, in 5 Minuten eingerichtet.