Sperrbildschirm-Marketing: Wie du Kunden ohne App erreichst
Jede Woche ohne Sperrbildschirm-Kanal vergisst dich ein Stammkunde – dabei ist der Kanal in 5 Minuten eingerichtet, gratis bis 100 Kunden.
Sperrbildschirm-Marketing ist der direkteste Weg zu deinen Kunden. Eine kurze Nachricht erscheint auf dem Bildschirm, den jeder Mensch dutzende Male am Tag sieht. Das Besondere: Du brauchst keine eigene App. Die digitale Stempelkarte im Wallet bringt den Kanal mit.
Dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert, was rechtlich gilt und welche Nachrichten wirklich Besuche bringen.
Wie Nachrichten ohne App auf den Sperrbildschirm kommen
Apple Wallet und Google Wallet sind auf praktisch jedem Smartphone vorinstalliert. Beide können zu gespeicherten Karten Benachrichtigungen anzeigen (das nennt man Push-Nachrichten). Das ist die Technik hinter Boarding-Pässen, die kurz vor dem Flug auf dem Sperrbildschirm auftauchen.
So läuft es ab:
- Der Kunde scannt deinen QR-Code und speichert die Karte im Wallet.
- Du schreibst im Dashboard eine Nachricht oder eine Automatik löst sie aus.
- Die Karte wird aktualisiert. Das Handy zeigt die Änderung als Benachrichtigung auf dem Sperrbildschirm.
- Ein Tipp öffnet die Karte mit dem aktuellen Stempelstand und der Aktion.
Kein App-Download, keine Telefonnummer, keine E-Mail-Adresse. Die Karte ist der Kanal. Wie das Anlegen der Karte aus Kundensicht aussieht, beschreibt Was ist ein Wallet-Pass?.
Warum der Sperrbildschirm anders wirkt als E-Mail
Der Unterschied liegt in der Aufmerksamkeit. Ein Newsletter konkurriert mit dutzenden anderen Mails. Viele werden ungelesen archiviert. Eine Sperrbildschirm-Nachricht steht allein. Sie ist kurz und erscheint in dem Moment, in dem der Kunde aufs Handy schaut.
| Kanal | Braucht der Kunde | Sichtbarkeit | Aufwand für dich |
|---|---|---|---|
| Newsletter | E-Mail-Adresse, Opt-in | im vollen Postfach | Text schreiben, Layout, Versandtool |
| WhatsApp Business | Telefonnummer, Opt-in | hoch, aber persönlich | Nummernpflege, Kosten pro Nachricht möglich |
| Eigene App | App-Download | hoch | App-Entwicklung, Betrieb |
| Social Media | folgt dir | vom Algorithmus abhängig | regelmäßig posten |
| Wallet-Nachricht | Karte im Wallet, Werbe-Häkchen | Sperrbildschirm | ein Satz im Dashboard |
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Die Nachricht ist an die Karte gekoppelt. Der Kunde sieht nicht nur „2 für 1 heute", sondern gleichzeitig „7 von 10 Stempeln". Angebot und Fortschritt verstärken sich gegenseitig.
Was rechtlich gilt
Sperrbildschirm-Nachrichten mit Angeboten sind Werbung. Dafür brauchst du eine Einwilligung des Kunden. Die gibt er beim Anlegen der Karte: ein eigenes Häkchen für Angebote und Aktionen, getrennt von der Teilnahme am Programm. Das Häkchen ist standardmäßig leer.
Nachrichten, die zum Programm gehören, sind keine Werbung:
- „Du hast jetzt 8 von 10 Stempeln"
- „Deine Prämie ist bereit"
- „Deine Prämie wurde eingelöst"
Die darf jeder Karteninhaber bekommen.
Faustregel: Alles, was zum Kauf anregen soll, braucht das Häkchen. Alles, was den Stand der Karte betrifft, nicht. Die Hintergründe erklärt DSGVO und Treueprogramm. Eine gute Software trennt beide Arten automatisch. Werbung geht nur an Kunden mit Einwilligung.
Welche Nachrichten Besuche bringen
Nicht jede Nachricht wirkt gleich. Aus der Praxis kleiner Läden haben sich fünf Typen bewährt:
Zeitlich begrenzte Aktion: „Nur heute bis 18 Uhr: zweiter Kaffee gratis." Die Frist erzeugt den Impuls, heute noch vorbeizukommen.
Schwache-Tage-Booster: „Dienstag ist Doppelstempel-Tag." Verteilt Besuche auf ruhige Tage.
Rückgewinnung: „Lange nicht gesehen, Lena. Dein nächster Stempel zählt doppelt." Geht automatisch an Kunden, die 14 Tage nicht da waren.
Geburtstag: „Alles Gute! Heute gibt es dein Lieblingsgetränk aufs Haus." Persönlich und wirksam, wenn der Kunde den Geburtstag angegeben hat.
Fast voll: „Nur noch 2 Stempel bis zu deinem Gratis-Cappuccino." Erinnert an die nahe Prämie.
Weniger gut funktionieren allgemeine Nachrichten ohne Anlass („Schaut mal wieder vorbei") und lange Texte. Die Nachricht hat auf dem Sperrbildschirm ein bis zwei Zeilen. Wer mehr braucht, verliert den Leser.
Mach den Selbsttest: Passt Sperrbildschirm-Marketing zu dir?
- Hast du regelmäßig Angebote oder Aktionen, die zeitlich begrenzt sind?
- Gibt es bei dir schwache Tage, an denen mehr Besuche helfen würden?
- Möchtest du Kunden zurückgewinnen, die länger nicht da waren?
- Sammelst du Geburtstage oder andere persönliche Anlässe?
- Hast du keine Zeit für aufwendige Newsletter oder Social-Media-Posts?
Drei oder mehr Ja? Dann ist der Sperrbildschirm-Kanal für dich gemacht.
Wie oft senden: die Frequenzfrage
Der Sperrbildschirm ist ein persönlicher Ort. Wer zu oft sendet, wird als Störung empfunden. Der Kunde löscht die Karte. Dann ist der Kanal für immer weg.
Bewährte Frequenz:
- Automatische Nachrichten (Stempelstand, Prämie bereit, Rückgewinnung, Geburtstag): laufen im Hintergrund, kommen nur bei echtem Anlass.
- Aktionen von dir: 1–2 pro Woche, am besten mit festem Rhythmus, etwa immer dienstags.
- Saisonales: zusätzlich zu Feiertagen oder zum Saisonstart, nicht öfter als einmal im Monat.
Beobachte im Dashboard, ob nach einer Nachricht Karten gelöscht werden. Das ist das ehrlichste Signal für „zu viel". Beachte auch: Die Wallet-Anbieter begrenzen die Anzahl der Benachrichtigungen pro Karte und Tag selbst.
Erinnerung in der Nähe: der Standort-Effekt
Wallet-Karten können auch ortsbezogen erscheinen. Ist der Kunde in der Nähe deines Ladens, taucht die Karte mit einem kurzen Hinweis auf dem Sperrbildschirm auf. Du musst nichts senden. Das erinnert genau im richtigen Moment, etwa wenn jemand auf dem Weg zur Arbeit an deinem Café vorbeigeht.
Diese Funktion (Geofencing heißt das) ist bei stampa ab dem Growth-Tarif enthalten. Sie nutzt ausschließlich die Standortfunktion des Wallets. Du siehst keine Bewegungsdaten des Kunden. Das Handy entscheidet lokal, ob es die Karte zeigt.
Nachrichten schreiben: drei Regeln
Name zuerst, wenn vorhanden. „Hallo Lena" liest sich anders als „Liebe Kunden".
Ein Angebot, eine Frist, ein Satz. Alles andere kürzen.
Konkret statt vage. „Zweiter Cappuccino gratis" schlägt „tolle Angebote".
Wenn dir das Formulieren schwerfällt: Bei stampa schreibt die KI Vorschläge für Nachrichtentexte. Du übernimmst sie oder passt sie an. Weitere Beispiele und Textvorlagen findest du in Push-Nachrichten an Kunden senden.
Was passiert, wenn du nichts änderst
Ohne Sperrbildschirm-Kanal erreichst du deine Kunden nur, wenn sie von selbst an dich denken. Newsletter landen im vollen Postfach. Social-Media-Posts zeigt der Algorithmus vielleicht. Oder vielleicht nicht. In der Zwischenzeit gehen Stammkunden zur Konkurrenz, weil sie dort eine Erinnerung bekommen haben. Du merkst es nicht, weil du nicht siehst, wer nicht kommt.
Der Sperrbildschirm ist der einzige Kanal, der im richtigen Moment erscheint. Ohne ihn verlierst du jede Woche Kunden, die du mit einem Satz hättest zurückholen können.
Fazit
Sperrbildschirm-Marketing ist der Kanal mit der höchsten Aufmerksamkeit. Mit einer Wallet-Stempelkarte brauchst du dafür weder App noch Telefonnummer. Wichtig sind die getrennte Werbe-Einwilligung, konkrete Nachrichten mit Anlass und eine Frequenz, die den Kunden nicht stört.
Mit stampa schreibst du Aktionen im Dashboard oder lässt Automatiken den Anlass erkennen. Du kannst kostenlos starten – bis 100 aktive Kunden, ohne Kreditkarte, in 5 Minuten eingerichtet.