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Geofencing Marketing: Kunden erinnern, wenn sie vorbeigehen

Jeden Tag gehen Kunden an deinem Laden vorbei, ohne an dich zu denken – Geofencing erinnert sie im richtigen Moment.

6 Min. Lesezeit

Geofencing-Marketing klingt kompliziert, ist aber eine einfache Idee: Wenn ein Kunde mit deiner Stempelkarte im Wallet an deinem Laden vorbeigeht, zeigt sein Handy einen Hinweis auf dem Sperrbildschirm. Keine Push-Nachricht, keine Werbung – nur eine Erinnerung im richtigen Moment. Hier liest du, wie das funktioniert, was es kann und was nicht, und für welche Läden es sich lohnt.

Was Geofencing bei einer Stempelkarte bedeutet

Eine Karte im Apple Wallet oder Google Wallet kann Standorte speichern. Apple und Google haben diese Funktion für Bordkarten am Flughafen und Tickets am Veranstaltungsort gebaut. Für eine Stempelkarte funktioniert es genauso: Du hinterlegst die Adresse deines Ladens, die Karte speichert die Koordinaten.

Ist das Handy des Kunden in der Nähe, zeigt das Wallet einen Hinweis auf dem Sperrbildschirm. Typisch ist der Name deines Ladens und ein kurzer Text wie „Café Sonne ist nebenan". Ein Tipp darauf öffnet die Karte. Der Kunde sieht seinen Stempelstand und erinnert sich, dass er noch einen Kaffee wollte.

Wichtig ist, was dabei nicht passiert: Es wird keine Nachricht gesendet. Das Handy vergleicht seinen Standort lokal mit den Koordinaten auf der Karte. Weder du noch stampa erfahren, wo der Kunde ist.

Mach den Selbsttest: Lohnt sich Geofencing für dich?

  • Gehen viele Kunden täglich oder wöchentlich an deinem Laden vorbei?
  • Liegt dein Laden an einer Pendlerstrecke, Haltestelle oder in der Innenstadt?
  • Kommen Kunden oft spontan, ohne es vorher zu planen?
  • Hast du mehrere Filialen, die Kunden abwechselnd besuchen könnten?

Wenn du mindestens zwei Fragen mit Ja beantwortest, hilft Geofencing.

Wie es technisch funktioniert

Der Ablauf in drei Schritten:

  1. Standort auf der Karte. Beim Anlegen deines Geschäfts wird die Adresse in Koordinaten umgewandelt (geocodiert). Diese Koordinaten landen auf jeder ausgegebenen Karte. Mehrere Filialen sind möglich.
  2. Abgleich auf dem Gerät. Das Wallet des Kunden prüft im Hintergrund, ob sich das Handy in der Nähe eines gespeicherten Standorts befindet. Der Radius ist eng, damit der Hinweis nur direkt am Laden erscheint – nicht zwei Straßen weiter.
  3. Hinweis auf dem Sperrbildschirm. Trifft es zu, zeigt das Wallet den Hinweis. Verlässt der Kunde den Bereich, verschwindet er wieder.

Der Hinweis ist statisch und freundlich – eine kurze Begrüßung mit dem Namen deines Ladens. Er ist bewusst kein Angebot und keine Aktion, weil er potenziell jeden Tag erscheinen kann. Aktionen und Angebote laufen getrennt über Push-Nachrichten, die du gezielt sendest. Wie sich beides ergänzt, steht in Sperrbildschirm-Marketing.

Was Geofencing nicht ist

Rund um das Thema gibt es viele Versprechen, die eine Wallet-Karte nicht einlöst und auch nicht einlösen sollte:

BehauptungRealität bei der Wallet-Karte
Du siehst, wo deine Kunden sindNein. Der Abgleich passiert auf dem Gerät, es werden keine Standortdaten übertragen.
Du kannst Kunden beim Wettbewerber ansprechenNein. Standorte sind nur die deines Ladens, und der Hinweis ist ein Kartenvorschlag, keine Werbung.
Jeder Kunde bekommt den Hinweis garantiertNein. Ob und wann das Wallet den Hinweis zeigt, entscheidet das Betriebssystem, und der Kunde kann die Funktion abschalten.
Der Hinweis ist eine Push-NachrichtNein. Push-Nachrichten kommen vom Server und brauchen einen Anlass. Der Hinweis entsteht lokal aus der Nähe zum Standort.
Du brauchst eine App mit StandortfreigabeNein. Die Standortlogik ist Teil des Wallets, das auf jedem Smartphone vorinstalliert ist.

Diese Ehrlichkeit ist wichtig, weil Geofencing genau dann gut funktioniert, wenn Kunden es nicht als Überwachung empfinden. Ein Hinweis, der nur am Laden erscheint und mit einem Wisch weg ist, wird als Service wahrgenommen.

Datenschutz und Kontrolle

Der Kunde behält die Kontrolle. Standortbasierte Vorschläge sind eine Funktion von Apple Wallet und Google Wallet. Sie lassen sich in den Geräteeinstellungen deaktivieren, ohne die Karte zu entfernen. Die Karte funktioniert dann wie gewohnt, nur ohne Hinweis am Laden.

Aus Sicht deines Ladens ist das Datenschutz-Thema überschaubar, weil keine personenbezogenen Standortdaten bei dir oder bei stampa anfallen. Die Adresse deines Ladens ist ohnehin öffentlich. In der automatisch generierten Datenschutzerklärung deines Ladens ist die Wallet-Funktion beschrieben, damit Kunden nachlesen können, was passiert. Was du beim Treueprogramm insgesamt beachten musst, steht in DSGVO und Treueprogramm.

Für wen sich Geofencing lohnt

Geofencing bringt am meisten, wenn viele Kunden regelmäßig in der Nähe deines Ladens sind, ohne bewusst an dich zu denken.

Läden an Pendlerstrecken. Bäckerei am Bahnhof, Café an der Haltestelle, Kiosk am Weg zur Arbeit. Der Kunde kommt jeden Tag vorbei, und der Hinweis erinnert an den Stempelstand.

Innenstadtlagen mit Laufkundschaft. Wer samstags in der Stadt ist, hat viele Optionen. Der Hinweis holt deinen Laden in den Moment, in dem die Entscheidung fällt.

Läden mit kurzem Besuchsrhythmus. Café, Bäckerei, Imbiss, Sonnenstudio. Je öfter ein Besuch möglich ist, desto öfter hilft die Erinnerung.

Mehrere Filialen. Kunden, die eine Karte für eine Filiale haben, werden auch an der anderen erinnert.

Weniger sinnvoll ist Geofencing bei Läden, die Kunden gezielt und selten besuchen – etwa Werkstätten oder Tattoo-Studios. Dort wirken geplante Push-Nachrichten zur Saison deutlich stärker. Und in Wohngebieten, in denen Kunden direkt neben dem Laden wohnen, ist der Radius bewusst eng, damit der Hinweis nicht dauerhaft erscheint.

So sieht das in der Praxis aus

Eine Bäckerei am Bahnhof hat viele Pendler als Kunden. Morgens kaufen sie auf dem Weg zur Arbeit ein Brötchen, abends gehen sie direkt nach Hause. Mit Geofencing erscheint die Stempelkarte auf dem Sperrbildschirm, wenn sie abends am Bahnhof ankommen. Viele erinnern sich an den Stempelstand und holen noch schnell etwas für den nächsten Morgen. Die Bäckerei gewinnt Abendgeschäft, ohne aktiv Werbung zu machen.

Geofencing in der Praxis einrichten

Bei stampa ist Geofencing ab dem Growth-Tarif enthalten. Die Einrichtung besteht aus zwei Dingen:

  1. Adresse hinterlegen. Die Adresse deines Ladens wird beim Onboarding automatisch von deiner Website gezogen oder von dir eingegeben und geocodiert. Weitere Standorte kannst du ergänzen.
  2. Karten aktualisieren. Bestehende Karten bekommen die Standorte beim nächsten Update, neue Karten sofort.

Mehr musst du nicht tun. Der Hinweistext ist eine kurze Begrüßung mit dem Namen deines Ladens, damit er an jedem Tag passt. Aktionen, Flash-Angebote und Erinnerungen an inaktive Kunden laufen weiterhin über Push-Nachrichten, die du oder die Automatiken gezielt auslösen. Wie du diese Nachrichten formulierst, steht in Push-Nachrichten an Kunden senden.

Was du im Dashboard siehst

Geofencing erzeugt keine eigenen Kennzahlen, weil kein Ereignis an den Server gemeldet wird. Was du siehst, ist das Ergebnis: Besuche, Stempel und Wiederkehrer im Live-Dashboard. Ob die Erinnerung am Laden wirklich mehr Besuche bringt, lässt sich nicht isoliert messen. stampa misst den Effekt des gesamten Programms über eine zufällige Kontrollgruppe (eine Gruppe von Kunden, die keine Karte bekommt) und sagt ehrlich, wenn die Daten noch nicht reichen. Geofencing ist ein Baustein davon, kein Wunderhebel.

Was passiert, wenn du nichts änderst

Ohne Geofencing läuft deine Stempelkarte weiter. Kunden sammeln Stempel, bekommen Push-Nachrichten und lösen Prämien ein. Was fehlt, ist die Erinnerung im richtigen Moment. Kunden, die täglich an deinem Laden vorbeigehen, denken nicht immer daran. Sie gehen zum Wettbewerber, weil der gerade im Blickfeld ist. Du verlierst Besuche, ohne es zu merken.

Fazit

Geofencing für lokale Läden ist keine Überwachung und keine Werbekanone, sondern ein leiser Hinweis auf dem Sperrbildschirm, wenn der Kunde ohnehin an deinem Laden vorbeigeht. Es funktioniert auf dem Gerät des Kunden, ohne dass Standortdaten übertragen werden, und lässt sich vom Kunden jederzeit abschalten. Für Läden an Pendlerstrecken und in Innenstadtlagen ist es eine sinnvolle Ergänzung zur Stempelkarte. Die Karte selbst kannst du mit stampa kostenlos starten, bis 100 aktive Kunden und ohne Kreditkarte. Geofencing kommt ab Growth dazu.

Häufige Fragen

Was ist Geofencing bei einer digitalen Stempelkarte?
Die Karte speichert die Adresse deines Ladens. Ist das Handy in der Nähe, zeigt das Wallet einen Hinweis auf dem Sperrbildschirm – etwa den Namen deines Ladens. Es wird keine Nachricht verschickt, das Handy entscheidet lokal.
Bekomme ich Standortdaten von meinen Kunden?
Nein. Der Standortabgleich passiert auf dem Gerät des Kunden. Weder du noch stampa bekommen Standortdaten. Du siehst nur, ob die Karte beim Besuch gescannt wurde.
Können Kunden den Hinweis abschalten?
Ja. Der Hinweis ist eine Funktion von Apple Wallet und Google Wallet. Kunden können standortbasierte Vorschläge in den Geräteeinstellungen deaktivieren.
In welchem Tarif ist Geofencing enthalten?
Ab Growth, 49 Euro pro Monat. In Free und Starter sind keine Standorte auf der Karte hinterlegt.

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