Marketing-Kennzahlen Café: 8 Zahlen für jede Woche
Jede Woche ohne diese acht Zahlen führst du dein Café im Blindflug – und merkst erst zu spät, dass Stammgäste wegbleiben.
Acht Zahlen, zehn Minuten pro Woche, und du weißt, ob dein Café wirklich wächst oder nur Umsatz macht. Jede Kennzahl bekommst du hier mit Formel, Beispielrechnung und Hinweis, was du tun kannst, wenn die Zahl in die falsche Richtung läuft.
Warum Umsatz allein nicht reicht
Der Wochenumsatz ist die Zahl, die jeder Inhaber kennt. Sie sagt aber nicht, woher der Umsatz kommt.
6.000 Euro von 200 Stammgästen sind ein stabiles Geschäft. 6.000 Euro von 900 Laufkunden, die nie wiederkommen, sind ein Geschäft, das jede Woche bei null startet. Die folgenden acht Kennzahlen trennen genau das auf.
Für die Beispiele nehmen wir ein Café mit rund 6.300 Euro Wochenumsatz und einer digitalen Stempelkarte. Die Karte liefert die kundenbezogenen Zahlen automatisch.
Die 8 Kennzahlen im Überblick
| Nr. | Kennzahl | Formel | Beispielwert |
|---|---|---|---|
| 1 | Aktive Kunden | Kunden mit mindestens einem Besuch in 30 Tagen | 240 |
| 2 | Wiederkehrer-Quote | Wiederkehrer ÷ aktive Kunden × 100 | 68 Prozent |
| 3 | Neukunden pro Woche | Erstbesuche in der Woche | 22 |
| 4 | Durchschnittsbon | Umsatz ÷ Anzahl Bons | 4,50 Euro |
| 5 | Besuchsfrequenz | Besuche ÷ aktive Kunden (30 Tage) | 3,8 |
| 6 | Einlösequote | Eingelöste Karten ÷ volle Karten × 100 | 82 Prozent |
| 7 | Push-Reaktion | Besuche binnen 48 h nach Nachricht ÷ Empfänger × 100 | 9 Prozent |
| 8 | Schwächster Wochentag | Umsatz des schwächsten Tags ÷ Tagesdurchschnitt × 100 | 61 Prozent |
1. Aktive Kunden
Aktive Kunden sind alle Personen, die in den letzten 30 Tagen mindestens einmal bei dir waren. Das ist deine tatsächliche Kundschaft. Nicht die Zahl aller Karten, die jemals ausgegeben wurden.
Beispiel: Das Café hat 410 Stempelkarten ausgegeben. Nur 240 davon wurden in den letzten 30 Tagen gescannt. Die 240 sind die relevante Zahl.
Steigt sie Woche für Woche, wächst dein Café. Bleibt sie gleich, während die Kartenzahl wächst, gewinnst du Kunden nur, um sie wieder zu verlieren.
2. Wiederkehrer-Quote
Die Wiederkehrer-Quote zeigt, welcher Anteil deiner aktiven Kunden mehr als einmal da war.
Wiederkehrer-Quote = Kunden mit 2+ Besuchen ÷ aktive Kunden × 100
Beispiel: Von 240 aktiven Kunden waren 163 mindestens zweimal da. 163 ÷ 240 × 100 = 68 Prozent.
Die übrigen 32 Prozent sind Erstbesucher, deren zweiter Besuch noch aussteht. Genau dieser zweite Besuch ist der wichtigste Moment im Café. Wer zweimal kommt, kommt meist auch ein drittes Mal. Die langfristige Sicht auf diese Zahl liefert die Kundenbindungsrate.
3. Neukunden pro Woche
Zähle, wie viele Menschen in der Woche zum ersten Mal eine Karte angelegt haben. Diese Zahl zeigt, ob dein Laden von außen sichtbar ist: Laufkundschaft, Google-Eintrag, Empfehlungen.
Beispiel: 22 neue Karten in der Woche. Wenn gleichzeitig 15 Kunden abwandern, wächst der Laden netto um 7 Kunden.
Sinken die Neukunden über mehrere Wochen, ist es Zeit für Sichtbarkeit nach außen. Etwa einen besseren Google-Maps-Eintrag.
4. Durchschnittsbon
Durchschnittsbon = Umsatz ÷ Anzahl Bons
Beispiel: 6.300 Euro ÷ 1.400 Bons = 4,50 Euro.
Der Durchschnittsbon ist der Hebel, der ohne einen einzigen zusätzlichen Gast Umsatz bringt. Steigt er um 50 Cent, sind das bei 1.400 Bons 700 Euro mehr pro Woche. Stammgäste helfen dabei. Sie nehmen eher ein Gebäck zum Kaffee, wenn sie den Laden kennen.
5. Besuchsfrequenz
Besuchsfrequenz = Besuche in 30 Tagen ÷ aktive Kunden
Beispiel: 912 Scans ÷ 240 aktive Kunden = 3,8 Besuche pro Kunde und Monat.
Diese Zahl ist der Kern jeder Stempelkarte. Ein Gast, der von 3,8 auf 4,5 Besuche steigt, bringt bei 4,50 Euro Bon rund 3 Euro mehr pro Monat. Bei 240 Kunden sind das über 700 Euro monatlich – ohne einen einzigen Neukunden.
6. Einlösequote
Einlösequote = eingelöste Belohnungen ÷ volle Karten × 100
Beispiel: 50 Karten wurden im Monat voll, 41 Belohnungen wurden eingelöst. 41 ÷ 50 × 100 = 82 Prozent.
Eine hohe Einlösequote ist gut. Sie bedeutet, dass die Belohnung den Gast zurück in den Laden zieht. Liegt die Quote unter 50 Prozent, ist die Belohnung zu unattraktiv oder der Gast weiß nicht, dass die Karte voll ist. Eine Wallet-Karte zeigt ihm das direkt auf dem Handy.
7. Push-Reaktion
Push-Reaktion = Besuche binnen 48 Stunden nach Nachricht ÷ Empfänger × 100
Beispiel: 200 Kunden haben eine Nachricht „Heute: zweiter Kaffee zum halben Preis" auf dem Sperrbildschirm bekommen. 18 davon kamen innerhalb von zwei Tagen. 18 ÷ 200 × 100 = 9 Prozent.
Vergleiche diese Quote zwischen deinen Nachrichten. Dann lernst du, welche Angebote deine Gäste wirklich bewegen. Ob die 18 auch ohne Nachricht gekommen wären, klärt eine Kontrollgruppe.
8. Schwächster Wochentag
Anteil = Umsatz des schwächsten Tags ÷ durchschnittlicher Tagesumsatz × 100
Beispiel: Dienstag bringt 550 Euro, der Tagesdurchschnitt liegt bei 900 Euro. 550 ÷ 900 × 100 = 61 Prozent.
Der Dienstag läuft also nur mit gut 60 Prozent der normalen Kraft. Miete und Personal kosten aber am Dienstag genauso viel wie am Samstag. Ein Schwache-Tage-Booster, der genau an diesem Tag eine kleine Aktion an deine Stammgäste schickt, ist die günstigste Möglichkeit, diese Lücke zu füllen.
Mach den Selbsttest: Kennst du diese Zahlen für dein Café?
- Wie viele aktive Kunden hatte ich in den letzten 30 Tagen?
- Wie viele davon waren mehr als einmal da?
- Wie viele Neukunden kamen letzte Woche?
- Wie hoch war mein Durchschnittsbon letzte Woche?
- Wie oft kommt ein Stammgast im Monat?
- Welcher Wochentag läuft am schwächsten?
Wenn du drei oder mehr Fragen nicht spontan beantworten kannst, führst du dein Café im Blindflug. Die gute Nachricht: Alle Zahlen bekommst du in zehn Minuten pro Woche.
So sieht die Wochenroutine aus
Montagmorgen, 10 Minuten: Alle acht Zahlen in eine Zeile schreiben, daneben die Vorwoche.
Eine Zahl pro Woche verbessern: Nicht alles auf einmal. Diese Woche Durchschnittsbon, nächste Woche Neukunden.
Trend statt Einzelwert: Erst nach vier Wochen entscheidest du, ob etwas wirklich wirkt. Eine Regenwoche verfälscht jede Einzelzahl.
Zahlen mit dem Team teilen: Wer an der Theke steht, bewegt den Durchschnittsbon und die Einlösequote mehr als jede Werbung.
Welche Kennzahlen speziell fürs Treueprogramm zählen, vertieft der Artikel Treueprogramm messen.
Was passiert, wenn du nichts änderst
Ohne diese acht Zahlen merkst du nicht, wenn Stammgäste wegbleiben. Du siehst nur, dass der Umsatz schwankt. Aber du weißt nicht, ob das am Wetter lag oder daran, dass zehn Stammgäste seit drei Wochen nicht mehr da waren.
Jede Woche ohne Kennzahlen ist eine Woche, in der du Probleme nicht siehst, bis es zu spät ist. Jede Woche mit Kennzahlen ist eine Woche, in der du steuerst, statt zu hoffen.
Fazit
Acht Kennzahlen, einmal pro Woche, und du siehst dein Café so, wie es wirklich ist. Wer kommt, wer bleibt, wer wegbleibt und was das in Euro bedeutet. Umsatz und Bonzahl liefert deine Kasse. Die kundenbezogenen Zahlen liefert eine digitale Stempelkarte automatisch im Dashboard. Mit stampa startest du kostenlos – bis 100 aktive Kunden, ohne Kreditkarte, in fünf Minuten eingerichtet.